Wie wird Champagner hergestellt?
Entdecken Sie die bezaubernde Welt des Champagners, Symbol für Luxus und Feierlichkeiten. In diesem Artikel erkunden wir die Kunst und Wissenschaft der Champagnerherstellung, von der sorgfältigen Auswahl der Trauben bis zur geheimnisvollen Entstehung der prickelnden Bläschen.
Champagner wird nach der Méthode Traditionelle hergestellt
Champagner wird nach einem besonderen Verfahren hergestellt, der sogenannten Méthode Traditionelle (traditionelle Methode). Dieses achtstufige Verfahren ist den Champagnerproduzenten in der Champagne vorbehalten.
Das Verfahren läuft wie folgt ab:
- Erste Gärung – Der Grundwein entsteht durch die erste Gärung der Trauben. Das Ergebnis ist ein stiller Wein ohne Bläschen.
- Verschnitt – Verschiedene Weine werden zur Cuvée verschnitten. Manchmal werden Weine aus verschiedenen Jahrgängen verschnitten, um einen einheitlichen Hausstil zu erzielen.
- Zweite Gärung – Der Wein durchläuft eine zweite Gärung in der Flasche. Zucker und Hefe (Liqueur de Tirage) werden hinzugefügt, um diese Gärung einzuleiten, wodurch Alkohol und Kohlendioxid (die Bläschen) entstehen.
- Reifung auf der Hefe – Die Flaschen werden liegend gelagert, damit der Wein mit den abgestorbenen Hefezellen (Hefe) in Kontakt bleibt. Diese Lagerung kann je nach Weinstil zwischen 15 Monaten und mehreren Jahren variieren.
- Remuage – Die Flaschen werden allmählich gekippt und gedreht (oft in speziellen Gestellen, sogenannten Gyropaletten), sodass sich die Heferückstände am Flaschenhals sammeln.
- Degorgieren - Die Heferückstände werden aus der Flasche entfernt. Dies geschieht häufig durch Einfrieren des Flaschenhalses. Anschließend wird der Eispfropfen mit den Heferückständen gelöst.
- Dosierung - Eine Mischung aus Wein und Zucker (Liqueur d'Expédition) wird hinzugefügt, um die endgültige Süße des Weins zu bestimmen.
- Verkorken - Die Flasche wird verkorkt und mit einem Muselet (einem Drahtkorb) gesichert. Anschließend wird das Etikett angebracht, und der Wein ist verkaufsfertig.
Welche Trauben eignen sich für Champagner?
Champagner wird nicht aus jeder verfügbaren Rebsorte hergestellt. Die Champagnerproduktion unterliegt strengen Vorschriften. Nur sechs Rebsorten sind für die Champagnerproduktion zugelassen. Dies sind die roten Rebsorten:
- Chardonnay
- Pinot Noir
- Pinot Meunier
- Pinot Blanc
- Arbane
- Petit Meslier
Die ersten drei Rebsorten sind die am häufigsten in der Champagnerproduktion verwendeten Rebsorten.


Die Montage macht den Geschmack
Aus den Trauben werden stille (d. h. perlenfreie) Grundweine gekeltert. Diese stillen Weine werden anschließend vom Kellermeister sorgfältig verschnitten. So entsteht die Cuvée.
Dies ist ein entscheidender Prozess, denn die Mischung der verschiedenen Weine bestimmt den Geschmack des Champagners. Dieser Verschnitt, die sogenannte Assemblage, ist eine Kunst für sich. Durch die Kombination verschiedener Jahrgänge und Rebsorten entsteht der einzigartige Geschmack des Champagnerhauses.


Zweite Gärung, um Blasen zu gewährleisten
Nach dem Verschnitt werden die verschnittenen Weine in Flaschen abgefüllt. Zucker und Hefe werden hinzugefügt, um die zweite Gärung einzuleiten. Diese zweite Gärung ist ein entscheidender Schritt in der Champagnerherstellung.
Nach der Zugabe von Zucker und Hefe werden die Flaschen mit Kronkorken verschlossen und in kühlen Kellern gelagert, damit die Gärung in der Flasche stattfinden kann. Während dieser Zeit wandelt die Hefe den Zucker in Alkohol und Kohlendioxid um, wodurch sich im Champagner Bläschen bilden.
Hefe aus Champagner sammeln und entfernen
Die Remuage, der letzte Schritt vor der Abfüllung, ist das Sammeln der Heferückstände aus den Flaschen. Dies geschieht durch langsames Drehen der Flaschen und Aufhängen mit dem Flaschenhals. Dadurch sinken die Hefezellen in den Flaschenhals.
Sobald sich die Heferückstände im Flaschenhals befinden, wird dieser schnell eingefroren und der Kronkorken entfernt. Der Druck, der sich in der Flasche aufbaut, lässt den gefrorenen Hefepfropfen herausspringen und den Champagner klar werden. Dieser Vorgang wird Degorgieren genannt.


Süße bei der Dosierung bestimmen
Jede Champagnerflasche hat einen Süßeindikator. Dieser wird normalerweise als Brut bezeichnet. Sie können auch auf Begriffe wie Sec oder Dulce stoßen. Diese Begriffe geben die dem Champagner zugesetzte Zuckermenge an.
Nach dem Degorgieren wird ein Teil des Champagners aus der Flasche entnommen. Diese wird dann mit einer Mischung aus Wein und Zucker aufgefüllt. Die Zuckermenge beeinflusst maßgeblich den endgültigen Geschmack. Hier ein Überblick:
- Brut – Dies ist der am häufigsten konsumierte Champagner. Etwa 95 % aller Champagner sind Brut. Brut-Champagner enthält bis zu 12 Gramm Zucker pro Liter Wein.
- Extra Sec – Dies ist ein extra trockener Champagner mit einem Zuckergehalt zwischen 12 und 25 Gramm pro Liter Wein.
- Sec – Eine etwas weniger trockene Variante ist Sec-Champagner mit einem Zuckergehalt zwischen 17 und 35 Gramm pro Liter.
- Demi-sec – Demi-sec-Champagner haben einen Zuckergehalt von mehr als 35 Gramm und weniger als 50 Gramm pro Liter.
- Dulce – Der süßeste Champagner ist Dulce, was treffend „weich“ bedeutet. Dieser Champagner ist der süßeste und enthält über 50 Gramm Zucker pro Liter Wein.
Wie ist Champagner entstanden?
Champagner wurde vom Engländer Christopher Merritt erfunden, der dem Wein Zucker hinzufügte, um ihn prickelnd zu machen. Die Abfüllung dieses Weins erwies sich jedoch als unmöglich, da die Flaschen ständig explodierten. Schließlich entdeckte Dom Pérignon (von der berühmten Champagnermarke), dass der Druck aufrechterhalten werden konnte, indem man den Korken mit Draht an der Flasche befestigte. Diese Erfindung wird oft als Vater des Champagners bezeichnet.










